BIRD

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BIRD – Interkulturelle Bildung und Begegnung als Schlüssel für integrative regionale und demografische Entwicklung

Ziel des Projektes ist, die „Asylproblematik“ als eine Chance der ungeplanten Zuwanderung in ländliche Räume sichtbar zu machen und daraus resultierend mit den Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft, aber auch mit Asylsuchenden und anerkannten Flüchtlingen Modelle und Maßnahmen zu konzipieren, die gemeinsam in der praktischen Umsetzung erprobt und in Regelstrukturen überführt werden.

Ziel ist es weiterhin, Asylsuchende mit Bleibeperspektive und anerkannte Flüchtlinge nicht nur in das bestehende System zu integrieren, sondern in inklusiven Prozessen die Kreativität und Fachkompetenz der Zuwanderer zu nutzen, um die Innovationskraft der Region zu stärken und regionalspezifische Problemlagen zu überwinden.

Zuletzt verfolgt das Projekt das Ziel, mittels Wissensanreicherung die Akteur/innen in den Flüchtlingsnetzwerken zu stärken, um die theoretische Willensäußerung zur Etablierung von Willkommens- und Anerkennungskultur stärker in praktische, messbare Aktivitäten zu überführen.

 

Handlungsansatz

Das Konzept des Projektes ist ein Ergebnis der langjährigen Erfahrungen, die sowohl der Projektantragsteller als auch die Projektpartner in ihrer (Projekt-)Arbeit der Regionalentwicklung, demokratischen Teilhabe, Arbeitsmarktintegration und Wirtschaftsförderung vor Ort sammeln konnten, und wurde in Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten des LK SPN sowie ehrenamtlich engagierten Akteuren entwickelt.

Das Projekt verfolgt in erster Linie einen ganzheitlichen, inklusiven Ansatz: soziale Integration, Bildungsintegration, berufliche Integration, aber auch die Integration externer Wahrnehmungen und Fachkenntnisse sowie Ideen als Innovations- und Entwicklungspotenzial für die Region.

Zahlreiche Studien namhafter wissenschaftlicher Institute zählen zu den Erfolgsfaktoren der Entwicklung von Kleinstädten und Gemeinden in Ländlichen Räumen u.a. Diversifizierung und „eine schlagkräftige Verwaltung, die es versteht, ressortübergreifend zu denken und zu handeln“ (Zitat Prof. Dr. Rainer Danielzyk, Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) Hannover; Denksalon Klein- und Mittelstädte – Labore für den Stadtumbau; 25.09.2015 in Görlitz). Eben diese Verknüpfung ist ein entscheidender Schlüssel für die Entwicklung der Netzwerke, besonders in Bezug auf die Ergebnisqualität von Integrationsbemühungen. Statt Zivilgesellschaftliches Engagement zu inszenieren, wird nach dem Bottom-Up-Prinzip Zivilgesellschaft unterstützt und die Entfaltung sämtlich vorhandener Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten der Akteure erreicht. Was bisher in den lokalen Netzwerken im Vergleich mit ähnlichen Strukturen anderer Regionen in hohem Maße überregionale Aufmerksamkeit erzeugte, ist der strategische Handlungsansatz, die „Asylproblematik“ nicht nur als soziales Thema, sondern auch als Stadtentwicklungsthema zu sehen. Insofern gelang es, sehr früh nicht nur in der Zivilgesellschaft, sondern auch in Institution und Unternehmen die Asylproblematik neben allen aktuellen Herausforderungen auch als Chance, als Potenzial für die immer wieder gewünschte Zuwanderung zu sehen und daraus entsprechende Maßnahmen und Aktivitäten abzuleiten. Die Verzahnung von sozialen Aspekten, Bedarfen und Potenzialen mit Aspekten, Bedarfen und Potenzialen der Stadtentwicklung ist auch deshalb von elementarer Bedeutung, weil sie die notwendigen Erfolge und Ergebnisse ermöglicht, die den ehrenamtlich Tätigen als Motor für das individuelle Engagement dienen.

Bildung und Begegnung sind Schlüssel für die Veränderung vorurteilsbehafteter Deutungsmuster, für effektives Handeln und einen respektvollen Umgang miteinander, besonders im Bereich der interkulturellen Begegnungen und Beziehungen. Populistische Informationsaufbereitung muss ergänzt werden durch Erfahrungsberichte und biografisches Erzählen bzw. durch Wissensaustausch und Vermittlung von fachlichen Informationen.

Zuletzt ist die Wertschöpfung des enormen Fachwissens, das in die Region wandert, ein Ansatz zur Herstellung von Gleichwertigkeit und zur Darstellung einer möglichen Win-Win-Situation für alle beteiligten Akteure.

 

Projektregion: Landkreis Spree-Neiße

 

Laufzeit des Projektes: Juli 2016 bis Juni 2019

 

Das Projekt wird finanziert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.