Energie gemeinsam denken

Rückblick auf unseren Workshop in Vetschau

Wie kann eine Energieakademie in der Lausitz aussehen – und was braucht es, damit sie wirklich vor Ort wirkt?

Mit dieser Frage sind wir Anfang des Jahres in unser Entwicklungsprojekt Energieakademie Lausitz gestartet. Dank zahlreicher Interviews mit Menschen aus der Region haben wir besser verstanden, welche Akteure die Energiewende in der Lausitz voranbringen, welche Perspektiven und Herangehensweisen es gibt und was die Herausforderungen für den Ausbau einer dezentralen Energieversorgung vor Ort sind. 

Während unseres Workshops am 14. Mai 2025 im Bürgerhaus Vetschau haben wir zum ersten Mal die gesammelten Erfahrungen präsentiert – und unseren Konzeptentwurf für eine mögliche Energieakademie Lausitz vorgestellt: ein offenes Netzwerk, das Bildung, Austausch und Beteiligung rund um die Energiewende in der Region stärkt und die regionale Wertschöpfung in den Fokus stellt.

Menschen aus Kommunen, Landwirtschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Energieinitiativen und Zivilgesellschaft sind unserer Einladung gefolgt. Dabei haben Sie ihre Ideen, Kritik und Fragen eingebracht. Ein besonderer Impuls kam von Karl Sperling aus Dänemark, der uns digital zugeschaltet war. Mit seinem Erfahrungsbericht zur Energieakademie auf Samsø (Dänemark) wurde greifbar, wie aus einer Idee ein Ort der Mitgestaltung entstehen kann. Insbesondere wenn lokale Akteure im Mittelpunkt stehen.

Im anschließenden Austausch wurde deutlich: Die Lausitz bringt viel mit. Es gibt Potenziale, Mut und Menschen mit Ideen. Dazu braucht es Räume, um voneinander zu lernen, Impulse zu sammeln und neue Verbindungen zu schaffen.

Wir haben wertvolle Impulse und Anregungen aus dem Workshop mitgenommen und werden diese in unser Konzept einarbeiten, dass Ende Juni fertig sein muss und als Grundlage für Anschlussfinanzierungen dienen soll.

Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden für ihre Offenheit, ihr Wissen und ihre Lust, gemeinsam an einer nachhaltigen Energiezukunft für die Lausitz zu arbeiten. Wir freuen uns auf die nächsten Schritte!

Mehr über unser Projekt erfahrt ihr hier: https://wertewandel-verein.de/projekte/energieakademie-lausitz/

Female Power & Diversität in der Fahrradbranche

Ein Podcast über Chancen, Wandel und Verantwortung

Wie gelingt Chancengleichheit in einer männerdominierten Branche? Dieser Frage widmet sich der Podcast „Female Power und Diversität“ von Little John Bikes – mit spannenden Einblicken und ehrlichem Dialog.

Zu Gast:
👉 Dr. Robert Peschke, CEO von Little John Bikes
👉 Vivien Eichhorn, Projektmitarbeiterin beim Verein Wertewandel e.V.
Moderiert wird das Gespräch von Radiomoderator André Hardt („André und die Morgenmädels“).

Im Mittelpunkt steht ein Thema, das immer mehr Unternehmen bewegt: Wie können wir Strukturen schaffen, die Frauen nicht nur mitdenken, sondern aktiv fördern?


Themen des Podcasts:

  • Herausforderungen & Chancen für Frauen in der Fahrradbranche und anderen männlich geprägten Berufsfeldern
  • Der kulturelle Wandel in Unternehmen – von der Symbolpolitik hin zu echter Veränderung
  • Diversität als Unternehmensvorteil – wie Vielfalt Innovation, Teamstärke und Kundenbindung fördert
  • Praxisbeispiele & Impulse für geschlechtersensible Sprache, faire Personalarbeit und Sichtbarkeit von Frauen
  • Little John Bikes als positives Beispiel, das durch gezielte Maßnahmen und Bewusstseinswandel neue Wege geht

Ein Gespräch mit Tiefe, Klartext und Vision

Dr. Robert Peschke spricht offen über bestehende Barrieren und notwendige Veränderungen – nicht als fertige Lösung, sondern als Lernprozess, der täglich beginnt.
Vivien Eichhorn bringt die Perspektive eines Vereins ein, der sich seit Jahren für mehr Chancengerechtigkeit und soziale Innovation in der Arbeitswelt einsetzt. Sie liefert praxisnahe Tipps für Unternehmen, die Strukturen hinterfragen und aktive Veränderung gestalten wollen.

Das Gespräch macht Mut: Mut zur Offenheit, zur Selbstreflexion und zum Handeln.


🎧 Jetzt reinhören:

👉 Podcast „Female Power und Diversität“ auf YouTube


Kontakt:
Bei Fragen oder Interesse an Workshops & Kooperationen rund um das Thema Chancengleichheit:

Ein Wochenende voller Freude und Seifenblasen

Unser Quartiersmanagement beim Seefest in Großräschen

Am vergangenen Wochenende war es endlich so weit: Das Seefest in Großräschen lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher an den See – und wir vom Quartiersmanagement waren mittendrin! Mit einem bunten Mitmachangebot, großen Seifenblasen und vielen Informationen rund um unsere Arbeit sorgten wir für strahlende Gesichter – vor allem bei den kleinen Gästen.

Unsere Riesen-Seifenblasen waren der Hit: Kinderaugen leuchteten, während die schillernden Blasen in den Himmel stiegen – ein echter Blickfang und perfekter Eisbrecher, um mit Eltern, Familien und Interessierten ins Gespräch zu kommen. Viele nutzten die Gelegenheit, sich über unsere Arbeit im Quartier zu informieren, Fragen zu stellen oder einfach mal „Hallo“ zu sagen.

Das Seefest war ein voller Erfolg – nicht nur für uns, sondern für alle Beteiligten. Die Atmosphäre war herzlich, das Wetter spielte mit, und die zahlreichen kulinarischen Angebote und Programmpunkte machten das Wochenende zu einem besonderen Erlebnis für Groß und Klein.

Wir bedanken uns bei allen, die uns besucht haben – für das Interesse, die Gespräche und die gute Stimmung. Ein großes Dankeschön auch an die Organisator*innen des Seefests für diese gelungene Veranstaltung.

Wir sind gern wieder dabei, bis dahin findet ihr uns im Quartierstreff in Großräschen.

Gedenken zum Tag der Befreiung

Verlegung der Stolperschwelle in Ruhland

Am Donnerstag nahmen wir, gemeinsam mit unseren Seniorinnen und Senioren aus unserem Projekt „Pflege vor Ort“ Lauchhammer, an einer besonderen und bewegenden Veranstaltung in Ruhland teil: der Verlegung einer Stolperschwelle anlässlich des Tags der Befreiung.

Die Stolperschwelle erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus. In diesem Fall an das Leid und Schicksal der Zwangsarbeiter*innen, die in Ruhland unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten mussten. In einer würdevollen Zeremonie wurde gemeinsam an diese Menschen erinnert. Ihr Schicksal sichtbar gemacht und der Blick für Verantwortung und Menschlichkeit geschärft.

Für unsere Senior*innen war es ein emotionaler Moment – viele von ihnen haben die Nachkriegszeit noch bewusst erlebt und fühlten sich durch die Veranstaltung tief berührt. Die Begegnung mit der Geschichte, das stille Gedenken und die Botschaft der Stolperschwelle wirken nach – auch über diesen Tag hinaus.

Wir danken allen Beteiligten für die Organisation und die Möglichkeit, Teil dieses wichtigen Gedenkens zu sein.

🎥 Einen kurzen Videobeitrag zur Veranstaltung finden Sie hier:
Stolperschwelle Ruhland – YouTube-Video ansehen

Ode an die Simson – Freiheit auf zwei Rädern

Für viele von uns war sie mehr als nur ein Moped: Die Simson – das Geschenk vom Opa, das erste große Schrauberprojekt mit dem großen Bruder oder das Ticket zur Freiheit auf dem Dorf. Mit ihr fuhr man zur ersten Liebe, zum Baggersee, zum Kumpel nebenan – ganz ohne Busfahrplan oder Eltern-Taxi. Sie knattert, sie riecht nach 2-Takt und sie hat Kultstatus: Die Simson lebt!

Deshalb haben wir in den Osterferien einen Simson Workshop in Lauchhammer veranstaltet – und was sollen wir sagen: Volltreffer! 🧰⚙️

Gemeinsam mit fachkundiger Unterstützung haben Jugendliche: 🔧 gelernt, wie ein Motor funktioniert
🛠️ Zündkerzen gewechselt und Fehler gesucht
💡 die Technik verstanden, die hinter dem Knatter steckt
🚀 und vor allem eins: Selbst gemacht, statt nur geschaut!

Es wurde geschraubt, gelacht, ausprobiert – und am Ende stand für viele fest: Das war nicht nur ein Workshop, das war ein Einstieg in eine Leidenschaft.

Danke an alle Teilnehmenden, Helfer*innen und Schrauberprofis!
Wir freuen uns auf eine Fortsetzung – denn: Simson ist mehr als nur ein Moped. Es ist ein Lebensgefühl. ❤️

Erinnerungskultur in der Lausitz stärken

Workshop im Rahmen von „Geschichte(n) bewahren“

Am 5. April 2025 fand im IBA-Studierhaus in Großräschen ein intensiver und inspirierender Workshop mit rund 25 Erinnerungsträger:innen aus der Lausitzer Braunkohleregion statt. Die Veranstaltung war Teil des Projekts „Geschichte(n) bewahren“, das sich der Sicherung und Weiterentwicklung regionaler Erinnerungskultur widmet.

Nach einem Grußwort von Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH, wurden das Projekt sowie zwei weitere Initiativen vorgestellt, die sich mit dem kulturellen Erbe des Lausitzer Reviers auseinandersetzen. Mareike Herold vom Institute for Heritage Management präsentierte:

🔹 Welterbeinitiative Lausitzer Tagebaufolgelandschaft
🔹 LIL-PARTIKUL – Partizipation und Bergbaukultur

Beide Projekte verdeutlichen, wie Landschaft, Erinnerung und Partizipation miteinander verknüpft werden können.

Im Zentrum des Workshops stand der Austausch mit aktiven Akteur:innen der regionalen Erinnerungskultur. Gemeinsam wurden zentrale Fragen diskutiert:

  • Welche Angebote bestehen aktuell?
  • Welche Ressourcen stehen zur Verfügung?
  • Welche Prozesse verlaufen bereits erfolgreich?
  • Welche Herausforderungen stellen sich?

Die Ergebnisse unterstreichen das bereits vorhandene, vielfältige Engagement in der Lausitz. Gleichzeitig wurden konkrete Bedarfe formuliert:

📝 Zentrale Erkenntnisse aus dem Workshop:

  • Archive, Wissen und persönliche Erinnerungen benötigen sichere Bewahrung.
  • Biografien sind bedeutend, um Alltagsgeschichte sichtbar zu machen.
  • Finanzierungsfragen bleiben eine zentrale Herausforderung.
  • Maschinen, Relikte und Zeugnisse des Bergbaus sollen erhalten und möglichst nachgenutzt werden.
  • Traditionen sollen bewahrt und weitergegeben werden.
  • Die regionale Bergbaugeschichte sollte Eingang in den Schulunterricht finden.
  • Der Bedarf nach einem Informationszentrum mit Archiv – bevorzugt in Senftenberg oder Knappenrode – wurde mehrfach betont.
  • Die Rolle und Stärkung von Vereinen, die Erinnerungsarbeit leisten, ist wesentlich.
  • Die Landschaft gilt es bewusst zu gestalten und als kulturelles Erbe anzuerkennen – nicht nur bauliche Zeugnisse zählen dazu.
  • Die Museumskultur benötigt neue Impulse.
  • Die Zusammenarbeit mit Archiven und Archivar:innen ist essenziell.
  • Digitalisierung wird als dringliches Thema erkannt – sowohl in der Umsetzung als auch in der Frage nach geeigneten Partner:innen.
  • Interviews, Filme und Bücher zur Regionalgeschichte sollten stärker öffentlich sichtbar gemacht werden.

Die Veranstaltung machte deutlich: Erinnerungskultur bedeutet nicht nur die Bewahrung der Vergangenheit, sondern auch die Entwicklung von Zukunftsperspektiven. Die im Workshop gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Weiterarbeit am Projekt ein, unter anderem in Form zukünftiger Workshopangebote.