Am 4. Juni 2026 fand in Peitz der zweite Vereinsstammtisch statt. In den Räumlichkeiten der SG Eintracht Peitz kamen engagierte Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertreter zusammen, um sich in offener Runde auszutauschen und gemeinsame Themen weiterzuentwickeln.
Nach einer kurzen Begrüßung und einem Rückblick auf die bisherigen Treffen stand vor allem der Austausch zu aktuellen Herausforderungen und Ideen im Mittelpunkt. In lockerer Atmosphäre wurden zahlreiche Impulse gesammelt und gemeinsam diskutiert. Ein zentrales Thema war die mögliche Weiterentwicklung und Wiedererweckung des Tags der Vereine. Dieser könnte künftig im September stattfinden. Zudem wurden Ideen für weitere Angebote für junge Menschen und Kinder gesammelt sowie der Bedarf an Übungsleiterinnen und Übungsleitern thematisiert. Wer Interesse hat, ein Übungsleitender zu werden, für einen Verein in Peitz, ist gern gesehen.
Auch organisatorische Fragen wurden angegangen. So wurde vereinbart, gemeinsam an der Erstellung von Informationsmaterial wie Flyern zu arbeiten. In Zukunft sollen Termine besser abgestimmt werden und die Kommunikation untereinander verbessert. Ziel ist es, Synergien zu nutzen, Angebote sichtbarer zu machen und Kooperationen zwischen den Vereinen zu stärken.
Ein weiterer Schritt ist die Sammlung von Veranstaltungsterminen, die perspektivisch gebündelt werden sollen, um Überschneidungen zu vermeiden und die Sichtbarkeit zu erhöhen. Der Vereinsstammtisch zeigt einmal mehr, dass der Austausch vor Ort konkrete Ansätze für Zusammenarbeit schafft und das Netzwerk der Vereine in Peitz stärkt.

Als Bürgerregion Lausitz begleiten wir den Stammtisch in seinen Anfängen und stehen helfend und beratend zur Seite. Als Anerkennung und Wertschätzung wurde auch die Anwesenheit von Amtsdirektor Norbert Krüger wahrgenommen. Dieser mischte sich interessiert in die Diskussionen ein und versprach Unterstützung für einzelne Ideen.
Der nächste Vereinsstammtisch ist bereits geplant:
📅 10. September 2026
🕕 18:00 Uhr
Gern einfach vorbeischauen.
Wie können ehemalige Bergbauregionen ihre Zukunft nachhaltig, demokratisch und gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestalten? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Revieraustausch Lausitz 2026. Vom 17. bis 20. Juni reist eine rund 20-köpfige Delegation aus dem Rheinischen Revier in die Lausitz, um Projekte kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für die Entwicklung beider Regionen mitzunehmen.
Der Revieraustausch ist eine Kooperation des Wertewandel e.V. / Bürgerregion Lausitz aus der Lausitz, des Nell-Breuning-Hauses, der Demokratiewerkstatt Rheinisches Revier sowie des NABU NRW mit dem Projekt MutZuRNatuRR.
Während des viertägigen Programms besuchen die Teilnehmenden verschiedene Orte des Wandels in der Lausitz. Stationen sind unter anderem das Naturparadies Grünhaus, die Besucherförderbrücke F60, die Stadt Lauchhammer, die Energiefabrik Knappenrode sowie Weißwasser/Oberlausitz.
Im Naturparadies Grünhaus stehen Fragen des Naturschutzes, der Landschaftsentwicklung und des Wassermanagements im Mittelpunkt. In Lauchhammer lernen die Gäste Projekte der Bürgerbeteiligung, des Quartiersmanagements und der Regionalentwicklung kennen. Darüber hinaus bietet ein Workshop zur Beteiligungskultur Raum für Diskussionen über Herausforderungen und Chancen gesellschaftlicher Mitgestaltung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Geschichte und Zukunft der Bergbauregionen. Die Energiefabrik Knappenrode vermittelt Einblicke in die industrielle Vergangenheit der Lausitz und zeigt gleichzeitig, wie ehemalige Industriestandorte heute als Orte des Lernens und der Begegnung genutzt werden können.
Höhepunkt der Reise ist der überregionale Revierdialog am 19. Juni 2026 im Ratssaal der Stadt Weißwasser. Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Naturschutz, Kommunen, Kirche und regionalen Initiativen aus beiden Revieren kommen hier zusammen, um über Beteiligung, Regionalentwicklung, sozial-ökologische Transformation und die Zukunft ehemaliger Kohleregionen zu diskutieren. Sozial-ökologische Projekte aus der Lausitz stellen ihre Arbeit vor, bevor in Workshops und Gesprächsrunden gemeinsame Herausforderungen und Perspektiven erarbeitet werden.
Der Revieraustausch versteht sich als Plattform für Vernetzung, Wissenstransfer und gegenseitiges Lernen. Die Lausitz und das Rheinische Revier stehen vor ähnlichen Aufgaben: Beide Regionen gestalten den Wandel ehemaliger Kohlereviere und suchen nach Wegen, wirtschaftliche Entwicklung, ökologische Verantwortung und gesellschaftliche Teilhabe miteinander zu verbinden. Der Austausch macht erfolgreiche Ansätze sichtbar und stärkt die Zusammenarbeit engagierter Akteurinnen und Akteure über Ländergrenzen hinweg.
Das Programm kann gern auf Anfrage zugesendet werden. Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Kontakt
Wertewandel – Soziale Innovation und demokratische Entwicklung e.V.
Vivien Eichhorn
Regionalbüro Lausitz
Straße der Jugend 33
03050 Cottbus
Telefon: +49 151 70394289
E-Mail:
Carolin Kahn
Projektmanagerin
Telefon: 0355 78429168
E-Mail:
Wie bewahrt man die Geschichte einer Region, die sich mitten im Wandel befindet?
Mit dem Projekt „Geschichte(n) der Braunkohleregion bewahren und zukunftsfähig vermitteln“ haben wir als Wertewandel e.V. gemeinsam mit ehrenamtlichen Erinnerungsträger:innen, Museen und Initiativen aus der Lausitz genau diese Frage in den Mittelpunkt gestellt.
In einer mehrteiligen Workshop-Reihe kamen über 90 Akteur:innen aus 30 Vereinen, Museen und Ausstellungen zusammen. Gemeinsam haben wir zentrale Herausforderungen der regionalen Erinnerungskultur sichtbar gemacht: fehlende Räume, Nachwuchssorgen, begrenzte finanzielle Ressourcen, mangelnde Sichtbarkeit, aber auch einen enormen Schatz an Wissen, Engagement und persönlichen Geschichten.
Die Ergebnisdokumentation bündelt praxisnahe Impulse zu:
Besonders deutlich wurde: Geschichte der Braunkohleregion lebt von persönlichen Erinnerungen – von Arbeit, Umsiedlung, Gemeinschaft und Neubeginn. Viele Lausitzerinnen und Lausitzer wünschen sich offene Orte, an denen diese Geschichten gesammelt, erzählt und gemeinsam weiterentwickelt werden.
Die Publikation versteht sich als Einladung, Erinnerungskultur nicht als Rückblick, sondern als aktive Gestaltungsaufgabe im Strukturwandel zu begreifen – gemeinschaftlich, partizipativ und zukunftsorientiert.
Hier kann die Publikation heruntergeladen werden.
„Räume für Beteiligung“
08. November | Projektraum Drahnsdorf
Am 8. November verwandelte sich der Projektraum Drahnsdorf in einen lebendigen Experimentierraum für engagierte Menschen: Gemeinsam mit dem Projektraum und als Knotenpunkt Nord im Rahmen der Bürgerregion Lausitz organisierte Wertewandel e.V. das Fest für Engagement und Beteiligung unter dem Motto „Räume für Beteiligung“.
Der Tag startete mit einem kompakten Input zur Bürgerregion Lausitz und der Frage, wie Räume Beteiligung möglich machen. Anschließend gaben inspirierende Praxisbeispiele den Ton an: Initiativen wie Commoning Cottbus, das Zentrum für Dialog und Wandel und der Bahnhof Klasdorf zeigten, wie unterschiedlich „Räume“ für Zivilgesellschaft gestaltet und geöffnet werden können. Diese Erfahrungsberichte wirkten für die Teilnehmenden ermutigend und konkret. Viele steckten sich sichtbare To-dos und neue Ideen ab.
In Kleingruppen setzten die Teilnehmer*innen unterschiedliche Szenarien um. Vom „Mais-vs-Kürbis“-Konflikt über die Planung eines Jugendstraßenfests bis hin zum generationsübergreifenden Familiencafé. Aufgabe war jeweils, mit Mobiliar, Atmosphäre und Spielregeln Räume zu schaffen, die Austausch auf Augenhöhe ermöglichen. Ergebnis: kreative Lösungen, überraschende Annäherungen und ein Haufen Ideen, wie Räume Konflikte moderieren, Kreativität fördern oder Begegnung erleichtern können.
„Die Energie im Raum war einfach unglaublich. Die Teilnehmenden haben mit so viel Offenheit, Humor und Kreativität gearbeitet, dass aus einfachen Möbeln plötzlich echte Begegnungsorte wurden. Genau solche Momente zeigen, wie stark unsere Region ist, wenn Menschen zusammenkommen und sich gegenseitig etwas zutrauen.“
— Caro Kahn, Wertewandel e.V., Veranstalterin
Hier brachten die Anwesenden eigene Themen ein, arbeiteten in Kleingruppen und vernetzten sich aktiv. Das Feedback war eindeutig: der Tag wurde als bereichernd, mutmachend, inspirierend und praktisch relevant wahrgenommen. Insbesondere der Projektraum Drahnsdorf bot mit seiner Atmosphäre den idealen Rahmen, um Ideen sofort auszuprobieren.
Wertewandel nimmt die Erkenntnisse mit: „Räume für Beteiligung“ sind ein zentraler Baustein für zivilgesellschaftliches Engagement, nicht zuletzt im Zusammenhang des Strukturwandels. Wir sehen viel Potenzial, diese Formate weiterzuentwickeln und als feste Infrastruktur für Austausch, Begegnung und Mitgestaltung zu verankern.
Vielen Dank an alle Teilnehmenden für die Offenheit und rege Beteiligung. Vielen Dank an das Team des Projektraumes Drahnsdorf für die großartige Zusammenarbeit.










Fotos by Leon Kopsch Produktion
Kurzfakten
Wir konnten auch erneut feststellen, wie bereichernd die Veranstaltung mit Kooperationspartnern ist. Daher freuen wir uns auf weitere. Bei Interesse, meldet euch gern bei uns.
Kontakt & Nachfragen:
Bürgerregion Lausitz
Caro Kahn & Kira Sawicka
Der Auftakt für gemeinsamen Wandel
Im Neuen Schloss Bad Muskau fiel der Startschuss für die neue Projektphase der Revierwende Lausitz 2.0. Unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wurde ein deutliches Zeichen gesetzt: Der Strukturwandel in der Lausitz bleibt ein Gemeinschaftsprojekt.
Vertreterinnen und Vertreter aus Betrieben, Politik und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um Bilanz zu ziehen und den Blick nach vorn zu richten. Betriebsräte von LEAG, SIK Peitz, dem Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda und Alstom Bautzen teilten ihre Erfahrungen mit den Chancen und Spannungsfeldern der Transformation. Ihr gemeinsamer Tenor: Wandel braucht Dialog, faire Bedingungen und das Vertrauen, dass die Perspektiven der Beschäftigten gehört werden.
In der anschließenden Diskussion mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller, Matthias Hloucal (Sächsisches Staatsministerium), Katja Karger (DGB Berlin-Brandenburg) und Daniela Kolbe (DGB Sachsen) wurde klar, dass der Wandel viele Gesichter hat, von Energie und Industrie bis zu Mobilität, Bildung und sozialer Gerechtigkeit.




Die Fortsetzung des Projekts Revierwende Lausitz für weitere vier Jahre ist ein starkes Signal: Für eine Lausitz, die gestaltet statt getrieben wird. Für eine Region, die Wandel als Chance versteht. Und für Menschen, die Zukunft nicht nur denken, sondern machen.
Die Lausitz im Aufbruch – gemeinsam, ehrlich, zuversichtlich.
Am 27. September 2025 endete in der Brikettfabrik Louise die fünfteilige Workshopreihe „Geschichte(n) der Braunkohleregion bewahren“. Unter dem Motto „Erinnerung Vernetzen – Gemeinsam Geschichte bewahren“ kamen Vereine, Museen, Kulturinstitutionen, ehrenamtlich Engagierte und Interessierte zusammen. Ziel war es, die vielfältigen Ansätze der Erinnerungskultur in der Lausitz zu bündeln und gemeinsam Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.
Projektleiterin Kira Sawicka eröffnete die Veranstaltung und führte durch den Tag. Im Austausch stellten die Teilnehmenden ihre Arbeit, Vereine und aktuellen Projekte vor. Gemeinsam wurde auf die vergangenen Monate zurück geschaut. Von Fragen nach den heutigen Erinnerungsträgern über praktische Tipps zur Archivierung und Fördermittelakquise bis hin zu Ideen zur Weitergabe von Traditionen. Das gelieferte wertvolle Wissen, wird nun in einem Handout mit allen Ergebnissen gebündelt (Veröffentlichung im Oktober).
Besondere Akzente setzten die Fachbeiträge:
Zum Abschluss wurden konkrete Projektideen gesammelt. Die Bandbreite reicht von Zeitzeugeninterviews, digital aufbereiteten Anekdoten und einer Wanderausstellung über ein Basisnetzwerk Industriekultur bis hin zu neuen Formaten wie einem „Tag der offenen Industriekultur“ oder Bustouren durch die Lausitz. Deutlich wurde: Erinnerung lebt von Zusammenarbeit, Austausch und Sichtbarkeit, offline wie online.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement, ihre Geschichten und ihre Ideen. Sie haben gezeigt, dass Erinnerungskultur in der Lausitz nicht nur Vergangenheit bewahrt, sondern Zukunft gestaltet.






















Die Arbeit wird nicht enden: Mit Menschen machen Kultur übernimmt die Bürgerregion Lausitz die Weiterführung und Weiterentwicklung der begonnenen Impulse. So bleibt die Vision lebendig, Geschichte(n) zu bewahren. Für die Menschen von heute und kommende Generationen.
Das Projekt wurde finanziert durch den Teilhabefonds Brandenburg der Wirtschaftsregion Lausitz.
Das Projektteam:
Kira Sawicka · Marie-Luise Pöthe · Isabel Kozma