Seit Beginn des Projekts STAFF*Lausitz begleiten uns engagierte Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Netzwerken. Sie bringen Erfahrungen aus der Praxis ein, geben Impulse und helfen uns, Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Drei von ihnen sind Mitglieder des Fachkräftenetzwerks Oberlausitz (FNO): Sarah Kelschebach, Jens Gerlinghoff und Jens Steinhorst. Im Gespräch wird schnell deutlich, wie eng ihre Arbeit mit den zentralen Herausforderungen der Region verbunden ist und wie wichtig Kooperation über Ländergrenzen hinweg bleibt.
Die Arbeit des FNO lebt vom Austausch. Genau an dieser Schnittstelle ist Sarah Kelschebach tätig. Sie versteht sich als Brückenbauerin zwischen Wissenschaft und Wirtschaft:
„Ich bin mit dem Ziel unterwegs, beide Seiten stärker miteinander ins Gespräch zu bringen“, erklärt sie. Veranstaltungen, Vernetzungsformate und das Thema Lernkultur in Unternehmen bilden dabei den Schwerpunkt ihrer Arbeit.
Geschäftsführer Jens Gerlinghoff beschreibt das Selbstverständnis des Netzwerks ganz pragmatisch:
„Seit 2007 beschäftigen wir uns damit, was Unternehmen in der Region brauchen. Wir wollen Projektideen gemeinsam mit ihnen entwickeln und dafür sorgen, dass gute Ansätze verstetigt werden.“ Für ihn steht immer der konkrete Nutzen im Vordergrund. „Unser Antrieb ist, dass hier in der Region Leben herrscht und Unternehmen voneinander profitieren.“ Projekte seien dann erfolgreich, wenn sie nicht abstrakt bleiben, sondern Unternehmen wirklich weiterhelfen.
Auch Jens Steinhorst ist tief in der praktischen Personal- und Organisationsentwicklung verwurzelt. Als Projektmanager und Coach begleitet er Unternehmen bei Themen wie Führungskräfteentwicklung, Leitbildarbeit oder Kommunikation. Besonders bekannt ist der von ihm organisierte Lean-Stammtisch Oberlausitz. Ein Format, welches den Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen ganz konkret macht:
„Wir gehen zweimal im Jahr in ein Unternehmen, analysieren gemeinsam Prozesse und entwickeln konkrete Handlungsempfehlungen. Und ganz nebenbei vernetzen sich die Unternehmen, das wirkt nachhaltig.“
Der Strukturwandel bringt Bewegung in die Lausitz. Neue Unternehmen siedeln sich an, bestehende wachsen. Gleichzeitig ist der Fachkräftemangel deutlich spürbar. Für Jens Steinhorst ist das die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre:
„Wir haben trotz Strukturwandel einen Zuwachs an Unternehmen. Neue Arbeitsplätze entstehen, es fehlt aber an qualifizierten Menschen, um sie zu besetzen.“
Hinzu kommen praktische Hürden. Der öffentliche Nahverkehr sei vielerorts unzureichend ausgebaut, bezahlbarer Wohnraum knapp. „Ohne Auto sind viele Orte kaum erreichbar. Und auch Wohnungen sind im ländlichen Raum Mangelware.“ Eine weitere wichtige Perspektive bringt Sarah Kelschebach ein: die der jungen Generation. Sie selbst ist zum Studium in die Region gekommen und bewusst geblieben. Aus Gesprächen mit Gleichaltrigen weiß sie jedoch:
„Viele junge Menschen würden gern hierbleiben. Es fehlen aber oft attraktive Einstiegsmöglichkeiten nach dem Studium.“
Mehr Offenheit für Berufsanfängerinnen und -anfänger, Traineeprogramme und gezielte Einstiegsangebote könnten hier viel bewirken. Unternehmen müssten mutiger werden, Potenziale zu sehen, statt nur Berufserfahrung einzufordern.

Themen wie Gleichstellung, Diversität und faire Arbeitsbedingungen spielen im Projekt STAFF*Lausitz eine zentrale Rolle. In den Unternehmen sind sie jedoch noch nicht überall fest verankert. Für Jens Gerlinghoff ist klar: Ein Umdenken findet statt, aber eben langsam.
„Die Unternehmen wissen, dass sie sich verändern müssen, um attraktiv zu bleiben. Aber oft fehlt das Wissen, wie sie es konkret angehen sollen.“
Neue Arbeitsmodelle oder flexible Strukturen würden teilweise als ungerecht gegenüber langjährigen Mitarbeitenden empfunden. „Da braucht es Zeit und vor allem gute Führung.“ Letztlich gehe es um Unternehmenskultur: „Wenn diese Themen nicht aktiv bearbeitet werden, bleibt Gleichstellung ein Randthema.“
Die Mitarbeit im STAFF*Lausitz -Expertenbeirat wird von allen dreien als großer Gewinn erlebt. Für Sarah Kelschebach war es besonders wichtig, eine junge Perspektive einzubringen:
„Mir war wichtig, dass nicht nur über junge Menschen gesprochen wird, sondern mit ihnen. Genau dafür ist der Beirat ein gutes Format.“
Auch Jens Steinhorst schätzt den offenen Austausch sehr. Seit Jahren arbeitet das FNO eng mit Wertewandel e.V. zusammen:
„Im Beirat lernen wir, wie ihr an Themen herangeht, und können vieles für unsere eigene Arbeit mitnehmen.“ Besonders positiv erlebt er die Zusammenarbeit auf Brandenburger Seite: „Bei euch sitzen Leute am Tisch, die wirklich etwas bewegen wollen. Das ist zielorientiert, nah an den Unternehmen und vor allem sehr kooperativ.“
Die Impulse aus STAFF*Lausitz wirken weit über einzelne Veranstaltungen hinaus. Der regelmäßige Austausch darüber, wie Unternehmen Mitarbeitende mitnehmen und Veränderungsprozesse gestalten können, sei immer wieder inspirierend, betont Jens Steinhorst.
Auch Sarah Kelschebach erlebt den Mehrwert vor allem in der Vernetzung:
„Man merkt schnell, dass es viele thematische Überschneidungen gibt, und daraus entstehen neue Kontakte und Kooperationen.“ Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein Praxisbeispiel aus dem Projekt: das Experiment eines Architekturbüros mit der 4-Tage-Woche. „Solche Beispiele geben echte Impulse. Sie zeigen, was funktionieren kann und wo individuelle Lösungen gefragt sind.“
Für die Zukunft verbindet alle drei ein klarer Wunsch: mehr länderübergreifende Kooperation zwischen Brandenburg und Sachsen. „Wir liegen in einer Grenzregion. Eigentlich müssten wir viel mehr gemeinsam denken und handeln“, sagt Jens Steinhorst. Im Alltag geschehe das zwar bereits, „aber es könnte noch sichtbarer und strukturierter werden.“ Auch Jens Gerlinghoff sieht hier großes Potenzial:
„Formate wie unsere Lean-Stammtische funktionieren hervorragend. So etwas könnte man auch gemeinsam mit anderen Themen weiterentwickeln.“
Am Ende sind sich alle einig: Fachkräftesicherung gelingt nur, wenn Unternehmen bereit sind, sich weiterzuentwickeln. Für Jens Gerlinghoff steht dabei die Lernbereitschaft im Mittelpunkt:
„Unternehmen müssen lernen, Wissen von außen aufzunehmen und Menschen im Wandel mitzunehmen. Hilfe zur Selbsthilfe ist entscheidend.“
Jens Steinhorst bringt seine Erfahrung in einem einfachen, aber kraftvollen Satz auf den Punkt:
„Kümmert euch zuerst um die Menschen, dann um die Dinge.“
Und Sarah Kelschebach ergänzt einen wichtigen Gedanken:
„Unternehmen sollten sich noch stärker miteinander austauschen. Praxisberichte wirken oft motivierender als jeder wissenschaftliche Input.“
Das Gespräch macht deutlich: Fachkräftesicherung ist kein Einzelkampf. Sie lebt von Offenheit, Vernetzung und dem Mut, neue Wege auszuprobieren.
Wir danken Sarah Kelschebach, Jens Gerlinghoff und Jens Steinhorst herzlich für ihre Zeit, ihre Expertise und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Mit Partnerinnen und Partnern wie ihnen wird die Transformation in der Lausitz zur echten Zukunftschance.
Über das Projekt STAFF*Lausitz
STAFF*Lausitz Steigerung der Arbeitgeberattraktivität – Gleichstellung als ein Erfolgsfaktor der Unternehmensstrategie zeigt: Gleichstellung ist kein Nice-to-Have, sondern ein echter Erfolgsfaktor für die Unternehmensstrategie. In Zeiten von Strukturwandel, Fachkräftemangel und Digitalisierung unterstützt das Projekt kleine und mittlere Unternehmen in der Lausitz dabei, ihre Personal- und Organisationsentwicklung diskriminierungsarm, zukunftsorientiert und gleichstellungsbewusst zu gestalten. Im Zentrum stehen Inhouse-Schulungen, Weiterbildungen, Netzwerke und individuelle Begleitung mit bspw. dem Ziel, Frauen zu fördern und Unternehmenskulturen zu schaffen, die für alle Lebensmodelle und Mitarbeitenden attraktiv sind. Des Weiteren werden Themen aus den Bereichen Future Skills, New Work und Digitale Kompetenzen behandelt.
Geht es weiter? Ja! Unser Nachfolgeprojekt BOOST(H)ER baut auf den Erfahrungen von STAFF*Lausitz auf und setzt neue Impulse. So setzt sich der Verein Wertewandel weiter für mehr Gleichstellung, starke Teams und mehr Arbeitgeberattraktivität ein.
Sie möchten dabei sein? Dann melden Sie sich bei uns. Mail:
Wir freuen uns auf interessierte Unternehmen, neue Netzwerkpartner*innen und engagierte Führungskräfte.
Im Rahmen der Brandenburgische Frauenwochen lädt Wertewandel e.V. zu besonderen Aktionen in den Quartieren Großräschen und Lauchhammer ein. Unter dem diesjährigen Motto „WTF – Wut trifft Feminismus“ setzen wir ein starkes Zeichen für Selbstbestimmung, Sicherheit und Empowerment von Mädchen und Frauen.
Gemeinsam mit der erfahrenen Trainerin Steffi Zettel bieten wir praxisnahe Selbstverteidigungskurse an, die nicht nur Techniken vermitteln, sondern vor allem das Selbstbewusstsein stärken.
Im Mittelpunkt stehen:
Die Teilnehmerinnen lernen, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen, sich klar zu positionieren und im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Ziel ist es, Sicherheit im öffentlichen Raum zu stärken und Frauen in ihrer Selbstwirksamkeit zu unterstützen.
Mittwoch, 11. März 2026
15:00 – 17:00 Uhr | Mädchen bis 17 Jahren
17:00 – 19:00 Uhr | Frauen ab 18 Jahren
Quartiersmanagement Großräschen
Quartierstreff
Chransdorfer Straße 2a
01983 Großräschen
Donnerstag, 12. März 2026
ab 14:00 – 15:30 Uhr | Seniorinnen
Freitag, 13. März 2026
15:30 – 17:00 Uhr | Mädchen
18:00 – 20:30 Uhr | Frauen
Quartiersmanagement Lauchhammer
DomiZiel / Mehrgenerationenhaus
Alte Gartenstraße 24
01979 Lauchhammer
Mit diesen Angeboten möchten wir Räume schaffen, in denen Frauen sich stärken, vernetzen und gegenseitig unterstützen können. Die Brandenburgischen Frauenwochen stehen für Solidarität, Sichtbarkeit und Gleichstellung und wir freuen uns, mit diesen Kursen einen aktiven Beitrag dazu zu leisten.
Mehr zur Brandenburgischen Frauenwoche
In den vergangenen drei Jahren haben wir im Projekt STAFF*Lausitz gemeinsam mit 26 Unternehmen neue Wege erprobt, Transformationsprozesse begleitet und konkrete Veränderungen im Arbeitsalltag angestoßen.
Jetzt ist der Moment gekommen, Bilanz zu ziehen und den nächsten Schritt einzuleiten.
📅 25. März 2026
🕑 14:00 bis ca. 19:00 Uhr
📍 Neue Bühne Senftenberg, Theaterpassage 1, 01968 Senftenberg
🎤 Moderation: Wertewandel e.V.
Die Veranstaltung widmet sich den Fragen, die Unternehmen im Transformationsprozess aktuell bewegen:
Das Projektteam von Wertewandel e.V. – Corry Kröner, Mara Jähnig, Caro Kahn und Vivien Eichhorn – gibt Einblicke in zentrale Ergebnisse, Zahlen und Entwicklungen. Von der Analysephase im Reallabor bis zur konkreten Umsetzung in den Unternehmen zeigen wir, was Transformation in der Praxis bedeutet. Geschäftsführungen und Personalverantwortliche werden ihre Perspektiven, Erfahrungen und Mehrwerte aus der Projektteilnahme erörtern. Es gibt ehrliche Rückblicke, gemeinsam mit dem Projektteam, Trainerinnen, Multiplikatorinnen und Unternehmen. Außerdem werden alle teilnehmenden Unternehmen für ihr Engagement und ihre Veränderungsbereitschaft gewürdigt.
Zudem erwartet sie ein Keynote„Gesellschaftlicher Wandel und seine Bedeutung für Unternehmen“
von Romina Stawowy, Charta der Vielfalt e.V..
Sowie eine Präsentation des neuen Projektes, mit dem der den nächsten strategischen Impuls geben wird:
Unternehmenskultur stärken, Gleichstellung fördern und Zukunftsfähigkeit sichern.
Ab 17:30 Uhr wird zum Get-together und zur Vernetzung geladen.
Bitte melden Sie sich bis zum 05.03.2026 an.
Telefonisch unter +49 (0)355 72999859 oder hier.
Über das Projekt STAFF*Lausitz
STAFF*Lausitz Steigerung der Arbeitgeberattraktivität – Gleichstellung als ein Erfolgsfaktor der Unternehmensstrategie zeigt: Gleichstellung ist kein Nice-to-Have, sondern ein echter Erfolgsfaktor für die Unternehmensstrategie. In Zeiten von Strukturwandel, Fachkräftemangel und Digitalisierung unterstützt das Projekt kleine und mittlere Unternehmen in der Lausitz dabei, ihre Personal- und Organisationsentwicklung diskriminierungsarm, zukunftsorientiert und gleichstellungsbewusst zu gestalten. Im Zentrum stehen Inhouse-Schulungen, Weiterbildungen, Netzwerke und individuelle Begleitung mit bspw. dem Ziel, Frauen zu fördern und Unternehmenskulturen zu schaffen, die für alle Lebensmodelle und Mitarbeitenden attraktiv sind. Des Weiteren werden Themen aus den Bereichen Future Skills, New Work und Digitale Kompetenzen behandelt.
Geht es weiter? Ja! Unser Nachfolgeprojekt BOOST(H)ER baut auf den Erfahrungen von STAFF*Lausitz auf und setzt neue Impulse. So setzt sich der Verein Wertewandel weiter für mehr Gleichstellung, starke Teams und mehr Arbeitgeberattraktivität ein.
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STAFF*Lausitz zu Gast bei CHESCO und der Newton Flight Academy
Ein Blick über den Tellerrand, neue Perspektiven und echte Zukunftstechnologien zum Anfassen. Das bot unser Netzwerkabend am 13. Januar 2026 bei der CHESCO GmbH und der Newton Flight Academy Brandenburg in Cottbus.
Die CHESCO GmbH, das Center for Hybrid Electric Systems Cottbus, steht für wegweisende Entwicklungen im Bereich hybridelektrischer Antriebstechnologien. Mit der angeschlossenen Newton Flight Academy betreibt CHESCO zudem eine hochmoderne Bildungseinrichtung, in der MINT-Themen praxisnah und erlebbar vermittelt werden. Ein perfekter Ort also für ein Netzwerktreffen im Rahmen unseres Projekts STAFF*Lausitz.
Bereits der Auftakt des Nachmittags machte deutlich, wie viel Innovationskraft in der Lausitz steckt. Die Teilnehmenden erhielten spannende Einblicke in Testbereiche und Forschungsfertigung für neue Flugzeugantriebe. Themen wie Standortentwicklung, Skalierung von Technologien und branchenübergreifende Kooperationen standen dabei im Fokus. Besonders inspirierend: der Transfer in völlig andere Bereiche. Beispielsweise in die Gesundheitsbranche, wo hybride Technologien künftig neue Möglichkeiten, zum Beispiel in der Telemedizin, eröffnen können.

Dass solche Impulse weit über klassische Branchengrenzen hinaus wirken, zeigte sich auch im Feedback der Gäste. Ein Teilnehmender brachte es treffend auf den Punkt: Auch wenn Luftfahrt nicht das eigene Fachgebiet sei, habe der Termin eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll der Blick in andere Welten ist und wie viele unerwartete Schnittstellen dabei entstehen.
Ein weiteres Highlight war der Besuch der Newton Flight Academy. Hier wurde deutlich, wie groß das Interesse an außerschulischen Bildungsangeboten im MINT-Bereich ist. Mit starken Partnern wie Boeing und Rolls Royce entstehen Lernformate, die junge Menschen für Technik begeistern und gleichzeitig wichtige Impulse für die Region setzen. Auch für lokale Initiativen und Projekte ergaben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte.

Neben fachlichen Einblicken kam natürlich auch das Netzwerken nicht zu kurz. In lockerer Atmosphäre wurden Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht und neue Kooperationen angestoßen, genau das, was unsere Netzwerkformate ausmacht.
Ein großes Dankeschön geht an die CHESCO GmbH und die Newton Flight Academy Brandenburg für die herzliche Aufnahme und die inspirierenden Einblicke. Ebenso danken wir allen Teilnehmenden für ihre Neugier, Offenheit und den lebendigen Austausch.
Dieser Nachmittag hat einmal mehr gezeigt: Die Lausitz ist eine Region in der Transformation. Mit Innovationen, engagierten Menschen, spannenden Unternehmen und Ideen, die vieles bewegen.
Über das Projekt STAFF*Lausitz
STAFF*Lausitz Steigerung der Arbeitgeberattraktivität – Gleichstellung als ein Erfolgsfaktor der Unternehmensstrategie zeigt: Gleichstellung ist kein Nice-to-Have, sondern ein echter Erfolgsfaktor für die Unternehmensstrategie. In Zeiten von Strukturwandel, Fachkräftemangel und Digitalisierung unterstützt das Projekt kleine und mittlere Unternehmen in der Lausitz dabei, ihre Personal- und Organisationsentwicklung diskriminierungsarm, zukunftsorientiert und gleichstellungsbewusst zu gestalten. Im Zentrum stehen Inhouse-Schulungen, Weiterbildungen, Netzwerke und individuelle Begleitung mit bspw. dem Ziel, Frauen zu fördern und Unternehmenskulturen zu schaffen, die für alle Lebensmodelle und Mitarbeitenden attraktiv sind. Des Weiteren werden Themen aus den Bereichen Future Skills, New Work und Digitale Kompetenzen behandelt.
Geht es weiter? Ja! Unser Nachfolgeprojekt BOOST(H)ER baut auf den Erfahrungen von STAFF*Lausitz auf und setzt neue Impulse. So setzt sich der Verein Wertewandel weiter für mehr Gleichstellung, starke Teams und mehr Arbeitgeberattraktivität ein.
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Die Fahrradbranche ist traditionell männlich geprägt. Schon der erste Schritt in eine Filiale bestätigt diese Aussage. Auch bei Little John Bikes zeigte ein genauer Blick auf die Zahlen dieses Bild: Während der Frauenanteil in der Zentrale bei fast 50 Prozent liegt, sind Frauen in den Filialteams deutlich unterrepräsentiert. Little John Bikes möchte das ändern und wird dabei vom Projekt STAFF*Lausitz unterstützt.
„Wir haben uns die Kennzahlen ganz bewusst angeschaut“, erklärt Melanie Naumann, CFO bei Little John Bikes und verantwortlich für Finanzen, Personal und IT. „Und dann auch differenziert: Wie viele Frauen arbeiten insgesamt bei uns? Wie viele in der Zentrale? Und wie sieht es in den Filialen aus?“
Aus dieser Analyse entwickelte sich ein klares Ziel: mindestens eine Frau pro Filiale. Nicht als symbolische Quote, sondern als strategischer Ansatz. „Es geht überhaupt nicht darum zu sagen, Männer machen keinen guten Job“, betont Melanie Naumann. „Sondern darum, gemischte Teams zu stärken und die Vorteile, die daraus entstehen, zu nutzen.“
Little John Bikes engagiert sich bereits seit mehreren Jahren aktiv dafür, mehr Frauen für die Fahrradbranche zu begeistern. Unter anderem über den jährlichen Girls’ Day. Nathalie Mainka, Teamleiterin HR, beschreibt die Wirkung so: „Wenn wir den Mädchen zeigen, wie cool es eigentlich ist, im Fahrradbereich oder im Handwerk zu arbeiten, bekommen wir danach viele positive Rückmeldungen.“
Gleichzeitig wuchs der Wunsch, die Frauen, die bereits im Unternehmen tätig sind, stärker zu vernetzen. „Wir wollten intern einen Raum schaffen, in dem sich Frauen austauschen und unterstützen können, gerade auch über Filialgrenzen hinweg“, so Nathalie Mainka.
Im Rahmen des Projekts STAFF*Lausitz wurde aus dieser Idee ein konkretes Vorhaben. Die externe Begleitung half dabei, Struktur in den Prozess zu bringen. „Ohne das Projekt wäre der Gedanke vermutlich noch gar nicht so tief gewesen“, sagt Melanie Naumann offen. „Vor allem die Struktur, also sich wirklich hinzusetzen und zu klären: Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin? Das hätte sich sonst wahrscheinlich ewig gezogen.“ Der Startschuss fiel mit einem Kick-off-Workshop im November 2024. Neun Frauen aus Filialen und Zentrale, viele davon mit Führungsverantwortung, kamen in einer Dresdner Filiale zusammen. Der Fokus lag bewusst auf persönlichem Kennenlernen und Austausch.
„Uns war ein guter Mix extrem wichtig“, erklärt Melanie Naumann. „Es hätte überhaupt nichts gebracht, nur Frauen aus der Zentrale einzuladen.“ Ergänzt wurde der Workshop durch gemeinsame Aktivitäten. Unter anderem eine Fahrradtour in der Mittagspause, um Begegnung auf Augenhöhe zu ermöglichen.
Die ersten Reaktionen waren teilweise von Skepsis geprägt. „Gerade einige Frauen aus den Filialen haben sich gefragt: Warum braucht es überhaupt ein Frauennetzwerk? Ich arbeite doch gut mit Männern zusammen“, berichtet Nathalie Mainka. Im Laufe des Tages verschob sich diese Perspektive. „Es wurde klar, dass es nicht um Abgrenzung geht, sondern um Unterstützung. Auch für Frauen, die sich vielleicht nicht trauen, bestimmte Themen vor Ort anzusprechen.“
Ein zentraler Gedanke war dabei die Vorbildwirkung. Melanie Naumann bringt es so auf den Punkt: „In manchen Filialen läuft es sehr gut, weil dort gemischte Teams arbeiten. Aber etwa die Hälfte unserer Filialen hatte lange keine Frau im Team. Uns geht es darum, diese guten Beispiele sichtbar zu machen und weiterzutragen.“
Auch der Blick auf die Kundschaft spielte eine wichtige Rolle. „Fünfzig Prozent aller Kunden und Kundinnen sind nicht männlich. Diverse Teams und insbesondere Frauen im Fahrradfachhandel bringen unterschiedliche Perspektiven. Damit werden Teams besser. Kommunikationsstile und Beratungsschwerpunkte heterogen, wodurch sich manche Käufer und Käuferinnen besser verstanden, sicherer beraten und insgesamt wohler fühlen“, sagt Melanie Naumann. „Gerade im direkten Kundenkontakt in den Filialen führt das zu höherer Beratungsqualität, größerem Vertrauen und messbar stärkeren Kauf- und Bindungsentscheidungen. Klar können Männer Frauen beraten, aber wir wollen den Kundinnen und Kunden die Wahl lassen.“

Nach dem erfolgreichen Kick-off folgten weitere Netzwerktreffen, inzwischen digital. „Wir treffen uns quartalsweise für etwa eine Stunde“, erläutert Nathalie Mainka. „Es gibt immer ein Thema, zum Beispiel die Filiale aus weiblicher Mitarbeitersicht oder aus Kundinnensicht. Das ist für uns als Unternehmen ein echter Mehrwert.“
Mit rund zehn bis zwölf Teilnehmerinnen hat sich eine gute Größe etabliert. „Alle, die teilnehmen, sind wirklich engagiert“, ergänzt Melanie Naumann. „Das ist kein Pflichttermin, sondern ein Austausch, der Spaß macht.“
Aktuell verfügen rund 55 Prozent der Filialen über mindestens eine Frau im Team. Ein wichtiger Meilenstein, aber noch nicht das Ende des Weges. „So ein Netzwerk wird nicht von heute auf morgen Teil der Unternehmenskultur“, sagt Nathalie Mainka. „Aber indem wir es immer wieder sichtbar machen, kann es wachsen – auch für neue Mitarbeiterinnen.“
Anderen Unternehmen, die ein ähnliches Netzwerk aufbauen möchten, raten beide zu externer Unterstützung. „Nicht einfach selbst losgehen“, empfiehlt Nathalie Mainka. Melanie Naumann ergänzt: „Man spart unglaublich viel Zeit, wenn man mit jemandem spricht, der das schon gemacht hat. Und man klärt viel schneller, warum man so ein Netzwerk überhaupt braucht.“
Der Blick nach vorn ist klar: Little John Bikes will den Frauenanteil in den Filialen weiter erhöhen und insbesondere junge Frauen für das Handwerk und die Fahrradbranche begeistern. „Es gibt sogar schon Filialen mit zwei Frauen“, sagt Melanie Naumann. „Das ist dann fast schon Übererfüllung. Aber genau in diese Richtung wollen wir weitergehen.“
Little John Bikes sucht Auszubildende ab 2026, im Einzelhandel sowie als Zweiradmechatroniker*innen, ausdrücklich auch Frauen.
Weitere Informationen unter: karriere.littlejohnbikes.de/
Über das Projekt STAFF*Lausitz
STAFF*Lausitz Steigerung der Arbeitgeberattraktivität – Gleichstellung als ein Erfolgsfaktor der Unternehmensstrategie zeigt: Gleichstellung ist kein Nice-to-Have, sondern ein echter Erfolgsfaktor für die Unternehmensstrategie. In Zeiten von Strukturwandel, Fachkräftemangel und Digitalisierung unterstützt das Projekt kleine und mittlere Unternehmen in der Lausitz dabei, ihre Personal- und Organisationsentwicklung diskriminierungsarm, zukunftsorientiert und gleichstellungsbewusst zu gestalten. Im Zentrum stehen Inhouse-Schulungen, Weiterbildungen, Netzwerke und individuelle Begleitung mit bspw. dem Ziel, Frauen zu fördern und Unternehmenskulturen zu schaffen, die für alle Lebensmodelle und Mitarbeitenden attraktiv sind. Des Weiteren werden Themen aus den Bereichen Future Skills, New Work und Digitale Kompetenzen behandelt.
Geht es weiter? Ja! Unser Nachfolgeprojekt BOOST(H)ER baut auf den Erfahrungen von STAFF*Lausitz auf und setzt neue Impulse. So setzt sich der Verein Wertewandel weiter für mehr Gleichstellung, starke Teams und mehr Arbeitgeberattraktivität ein.
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Inhouse-Schulung bei der ELG Baustoffhandel Calau eG
In den vergangenen zwei Tagen drehte sich bei der ELG Calau GmbH alles um ein zentrales Zukunftsthema: Sichtbarkeit. Gemeinsam mit dem Team der ELG haben wir im Rahmen einer intensiven Inhouse-Schulung daran gearbeitet, wie Marketing ganzheitlich gedacht und als gemeinschaftliche Aufgabe im Unternehmen verankert werden kann.
Im Fokus stand dabei eine klare Botschaft: Marketing ist keine Einzeldisziplin – Marketing ist Teamarbeit. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter trägt dazu bei, Werte, Haltung und Unternehmensgeschichte nach außen sichtbar zu machen. Genau hier setzte die Schulung an: mit praxisnahen Impulsen, Raum für Austausch und der gemeinsamen Entwicklung konkreter Ideen.
Besonders beeindruckt hat uns das enorme kreative Potenzial im Team. Die Offenheit, mit der diskutiert, hinterfragt und weitergedacht wurde, zeigt, wie viel Kraft entsteht, wenn Mitarbeitende aktiv in Marken- und Kommunikationsprozesse eingebunden werden.
Wir bedanken uns herzlich bei der ELG Calau GmbH für das Vertrauen, die engagierte Zusammenarbeit und den gemeinsamen Blick nach vorn. Die Weichen sind gestellt – für mehr Klarheit, mehr Sichtbarkeit und ein Marketing, das von innen heraus wirkt.
Wir sind gespannt, welche Ideen nun in die Umsetzung gehen.
Sie möchten die Sichtbarkeit Ihres Unternehmens stärken und Ihre Mitarbeitenden aktiv in beispielsweise Kommunikations- und Marketingprozesse einbinden?
Unsere Inhouse-Schulungen richten sich an Unternehmen, die ihre internen Kompetenzen im Bereich Marketing, Zusammenarbeit und strategischer Kommunikation weiterentwickeln möchten.
Die Formate sind praxisnah, bedarfsorientiert und lassen sich im Rahmen von Förderprojekten umsetzen. Dabei stehen insbesondere der Kompetenzaufbau im Team, nachhaltige Organisationsentwicklung und die Stärkung von Arbeitgeberattraktivität im Fokus. Gern prüfen wir gemeinsam, welche Fördermöglichkeiten für Ihr Unternehmen in Frage kommen und wie eine passgenaue Umsetzung aussehen kann.