David Hänschen führt in Vetschau/Missen, Calau und Forst ein mittelständisches Beschichtungsunternehmen für Fassaden- und Schienenfahrzeugteile. Was sich in den letzten vier Jahren verändert hat, ging tief. Es ging um Haltung und Werte und ein Symbol: die „Daimler-Jacke“. David Hänschen setzt nicht nur auf technische Exzellenz, sondern vor allem auf ein zukunftsgerichtetes Miteinander im Team. Im Interview mit Caro Kahn (Projektmitarbeiterin von STAFF*Lausitz) sprach er über die Herausforderungen der Fachkräftesicherung, die Bedeutung einer klaren Unternehmenshaltung und warum interne Transformation manchmal bei ganz kleinen Dingen beginnt.
„Ich wollte, dass unsere Leute ihre Arbeitsjacke auch nach Feierabend mit Stolz tragen. So wie beispielsweise bei Daimler. Wenn du abends in Stuttgart einkaufen gehst, dann siehst du 5 Menschen mit einer Daimler-Jacke an der Supermarktkasse. Genau das wollte ich auch für MSH Montage- und Spezialbeschichtungen Hänschen erreichen. Das war mein Bild im Kopf.“ Wenn David Hänschen über die Entwicklung seines Unternehmens spricht, geht es selten zuerst um Maschinen oder Materialien. Es geht um Menschen. Und um das, was zwischen ihnen passiert.
Als MSH Surface Solutions ins Projekt STAFF*Lausitz einstieg, war vieles im Umbruch: Der Betrieb war gewachsen, neue Mitarbeitende kamen dazu, doch Strukturen fehlten. „Wir hatten weder Prozesse noch Rollenverständnis. Es herrschte Unsicherheit und oft auch Frust.“
Die Entscheidung, sich helfen zu lassen, fiel ihm zuerst nicht leicht. „Ich bin eher ein Macher. Aber ich habe gemerkt: Wenn wir nicht anfangen, uns zu sortieren, brechen uns die Leute weg. Wir haben damals gemerkt: Es gibt keine echten Strukturen bei uns. Keine Prozesse, keine Systeme, kein gemeinsames Verständnis. Das Projekt hat uns gezwungen, den Blick nach innen zu richten.“
Also holte sich das Unternehmen Unterstützung durch das Projekt STAFF*Lausitz und stellte sich eine zentrale Frage: Wer sind wir eigentlich als Team, als Arbeitgeber, als Unternehmen?
Im Rückblick war das der Anfang von etwas Großem. Denn was folgte, war nicht einfach ein bisschen Teambuilding. Es war eine bewusste, tiefgreifende Veränderung. Angefangen bei der Sprache im Betrieb bis hin zur Entwicklung neuer Führungsrollen. Auch das Thema Gleichstellung kam auf den Tisch. Das Ziel war schnell klar: raus aus der klassischen Handwerkskaste, hin zu einem modernen Betrieb, auf den die Mitarbeitenden stolz sind.
Ein zentraler Meilenstein war das erste Teamcamp, organisiert im Projekt. Zwei Tage Auszeit vom Tagesgeschäft, tiefgreifende Gespräche, ehrliche Worte. „Ein paar Kolleg*innen hatten überhaupt keine Lust darauf“, erinnert sich Hänschen. „Aber genau das hat’s gebraucht: raus aus der Komfortzone, rein ins Gespräch.“
Heute ist vieles anders. Die Stimmung im Betrieb hat sich gewandelt. Gespräche laufen ruhiger, respektvoller. Probleme werden angesprochen und gelöst. Es gibt klare Zuständigkeiten, Chancengleichheit, digitale Tools, ein strukturiertes Onboarding. Mitarbeitende, die früher „einfach nur ihren Auftrag abarbeiten“ wollten, übernehmen heute Verantwortung, machen Meisterabschlüsse, leiten Teams.

Auch das Team selbst hat sich verändert. MSH beschäftigt heute Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit ganz verschiedenen Lebensläufen. Darunter Geflüchtete, Frauen, auch in technischen Berufen, junge Talente und erfahrene Fachkräfte. „Wir haben gelernt, wie wertvoll Unterschiedlichkeit ist und wie wichtig es ist, wirklich miteinander zu reden.“
Diversität und Gleichstellung im Unternehmen bringen unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Ideen zusammen. Das fördert Innovation, verbessert die Teamdynamik und macht Unternehmen erfolgreicher und zukunftsfähiger.
In den Schulungen mit STAFF*Lausitz entstanden neue Begriffe und neue Denkweisen. Wo früher von „Montage“ die Rede war, spricht man heute von Serviceeinsatz. Aus der Betriebsversammlung wurde ein „Teammeeting“ und Frauen und Technik? Natürlich!
Kleine Worte mit großer Wirkung.
Natürlich ist dieser Wandel nicht zum Nulltarif zu haben. „Rechne mit 30.000 bis 40.000 Euro im Jahr, wenn du’s ernst meinst“, sagt Hänschen. „Aber die Wirkung ist unbezahlbar: bessere Stimmung, weniger Reibungsverluste, mehr Stolz, mehr Sinnstiftung in der Arbeit.“ (*)
Was heute bei MSH spürbar ist, ist nicht nur ein effizienter Betrieb, sondern eine echte Kultur. Eine, in der Menschen wachsen können und in der sie gern bleiben.
„Ich sehe Leute, die morgens mit der Firmenjacke zur Arbeit kommen und sie abends im Supermarkt immer noch tragen. Dann weiß ich: Wir sind auf dem richtigen Weg.“
Über das Projekt STAFF*Lausitz
STAFF*Lausitz Steigerung der Arbeitgeberattraktivität – Gleichstellung als ein Erfolgsfaktor der Unternehmensstrategie zeigt: Gleichstellung ist kein Nice-to-Have, sondern ein echter Erfolgsfaktor für die Unternehmensstrategie. In Zeiten von Strukturwandel, Fachkräftemangel und Digitalisierung unterstützt das Projekt kleine und mittlere Unternehmen in der Lausitz dabei, ihre Personal- und Organisationsentwicklung diskriminierungsarm, zukunftsorientiert und gleichstellungsbewusst zu gestalten. Im Zentrum stehen Inhouse-Schulungen, Weiterbildungen, Netzwerke und individuelle Begleitung mit bspw. dem Ziel, Frauen zu fördern und Unternehmenskulturen zu schaffen, die für alle Lebensmodelle und Mitarbeitenden attraktiv sind. Des Weiteren werden Themen aus den Bereichen Future Skills, New Work und Digitale Kompetenzen behandelt.
Geht es weiter? Ja! Ein Nachfolgeprojekt ist bereits in Planung, das auf den Erfahrungen von STAFF*Lausitz aufbaut und neue Impulse setzt. So setzt sich der Verein Wertewandel weiter für mehr Gleichstellung, starke Teams und mehr Arbeitgeberattraktivität ein.
Sie möchten dabei sein? Dann melden Sie sich bei uns. Mail:
Wir freuen uns auf interessierte Unternehmen, neue Netzwerkpartner*innen und engagierte Führungskräfte.
(*) Das Projekt STAFF*Lausitz wird im Rahmen des Programms „Wandel der Arbeit“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und ist daher für die Unternehmen kostenfrei. David Hänschen bezieht sich hier auf Kosten bspw. für allgemeine betriebliche Weiterbildungsangebote, Unterkünfte, Versorgung der Mitarbeitenden bei Teamevents und Arbeitsausfällen aufgrund der Teilnahme an Weiterbildungen.
Unser Netzwerkabend bei der Namox GmbH in Dresden war ein voller Erfolg! In inspirierender Atmosphäre durften wir ein Unternehmen erleben, das moderne Arbeitskultur lebt. Von innovativen Onboarding-Prozessen bis hin zu interaktiven Soft-Skill-Trainings.
Besonders eindrucksvoll war die sogenannte Softskillsafari, ein spielerisches Rollenspiel zur Stärkung persönlicher und sozialer Kompetenzen. Auch der strukturierte und empathische Onboarding-Prozess, der sich stark an den Bedürfnissen neuer Teammitglieder orientiert, zeigte, wie wirksame Integration im Unternehmen heute aussehen kann.
Ein gutes Onboarding reduziert Einarbeitungszeiten, steigert die Motivation und legt den Grundstein für langfristige Bindung. Dabei geht es nicht nur um Prozesse und Tools, sondern vor allem um Kommunikation, Erwartungsklarheit und zwischenmenschliche Verbindung. (Namox)
Abgerundet wurde der Abend durch regen Austausch, viele neue Kontakte und ein gemeinsames Abendessen im traditionsreichen Luisenhof mit Blick über Dresden.





Wir danken Namox für die Offenheit, das Teilen ihrer Arbeitsweise und die vielen Impulse, die wir mitnehmen konnten. So sieht Zukunft aus – authentisch, klar und menschlich.
STAFF*Lausitz – Ihr Unternehmen im Fokus
Sie möchten selbst Gastgeber eines Netzwerkabends werden oder interessieren sich für die Angebote unseres Projekts STAFFLausitz?
Wir kommen gern in Ihr Unternehmen, bringen Impulse rund um Arbeitgeberattraktivität, Chancengleichheit und moderne Arbeitskultur mit – und vernetzen Sie mit anderen engagierten Akteurinnen der Region.
📩 Melden Sie sich bei uns:
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🔗 www.wertewandel-verein.de
Wie gelingt Chancengleichheit in einer männerdominierten Branche? Dieser Frage widmet sich der Podcast „Female Power und Diversität“ von Little John Bikes – mit spannenden Einblicken und ehrlichem Dialog.
Zu Gast:
👉 Dr. Robert Peschke, CEO von Little John Bikes
👉 Vivien Eichhorn, Projektmitarbeiterin beim Verein Wertewandel e.V.
Moderiert wird das Gespräch von Radiomoderator André Hardt („André und die Morgenmädels“).
Im Mittelpunkt steht ein Thema, das immer mehr Unternehmen bewegt: Wie können wir Strukturen schaffen, die Frauen nicht nur mitdenken, sondern aktiv fördern?
Dr. Robert Peschke spricht offen über bestehende Barrieren und notwendige Veränderungen – nicht als fertige Lösung, sondern als Lernprozess, der täglich beginnt.
Vivien Eichhorn bringt die Perspektive eines Vereins ein, der sich seit Jahren für mehr Chancengerechtigkeit und soziale Innovation in der Arbeitswelt einsetzt. Sie liefert praxisnahe Tipps für Unternehmen, die Strukturen hinterfragen und aktive Veränderung gestalten wollen.
Das Gespräch macht Mut: Mut zur Offenheit, zur Selbstreflexion und zum Handeln.
👉 Podcast „Female Power und Diversität“ auf YouTube
Kontakt:
Bei Fragen oder Interesse an Workshops & Kooperationen rund um das Thema Chancengleichheit:
Am 7. Mai 2025 waren wir mit unserem Projekt STAFF*Lausitz – Gleichstellung als Erfolgsfaktor in der Unternehmensstrategie Teil der Fachtagung zur ESF-Sozialpartnerrichtlinie „Wandel der Arbeit“ in Berlin.
Wir freuen uns sehr, dass wir dort nicht nur zahlreiche spannende Impulse mitnehmen, sondern auch unsere Erfahrungen und Projekterfolge auf dem Podium teilen durften. Gemeinsam mit Liam Floyd vom Architekturbüro Alexander Pötzsch stellten wir unser gemeinsames Pilotprojekt zur Arbeitszeitoptimierung vor – ein mutiger Schritt Richtung mehr Gleichstellung und zukunftsfähige Organisationsentwicklung in der Lausitz.
Die Fachtagung war ein lebendiger Ort des fachlichen Austauschs mit engagierten Projekten aus ganz Deutschland – unter anderem zu Themen wie berufsbegleitender Weiterbildung im Pflegebereich oder New Work .







Wir danken der Regiestelle Wandel der Arbeit für die professionelle Organisation und den gelungenen Rahmen.
Mit neuen Kontakten, Inspiration und einem gestärkten Wir-Gefühl kehren wir zurück in die Lausitz – bereit für die nächsten Schritte!
Mehr zum Projekt
Gute Führung ist heute mehr denn je eine Frage von Haltung, Klarheit und Verbindung. In einer Welt, die sich ständig verändert, braucht es Führungspersönlichkeiten, die nicht mit Druck, sondern mit Vertrauen arbeiten. Die nicht nur Ergebnisse im Blick haben, sondern auch Menschen. Genau darum ging es in unserer Schulung – speziell für Frauen in Führungsrollen.
Die Veranstaltung war nicht nur spannend und inspirierend, sondern auch voller Energie, Austausch und echter Erkenntnisse. Gemeinsam haben wir erarbeitet, was zeitgemäße Führung ausmacht – und warum es wichtig ist, alte Muster hinter sich zu lassen.
Was braucht Führung heute?
- Empathie & Kommunikation auf Augenhöhe
- Selbstreflexion statt Machtdemonstration
- Fehlerfreundlichkeit & Lernbereitschaft
- Fähigkeit zur Kooperation statt Konkurrenzdenken
- Mut zur Veränderung und zur eigenen Vision
Unsere Teilnehmerinnen haben mit Offenheit, Neugier und viel Engagement gezeigt, wie neue Führung gelebt werden kann. Der geschützte Raum ermöglichte persönliche Einblicke, kritische Fragen – und viele Momente, die den Blick auf die eigene Rolle nachhaltig verändert haben.
Ein herzliches Dankeschön an Dr. Stephanie Rohac für die großartige Durchführung dieses Workshops – professionell, einfühlsam und immer auf den Punkt. Und natürlich ein riesiges Danke an alle Beteiligten für eure Energie, eure Geschichten und euren Mut!

Mehr über unsere Angebote für Führungskräfte – mit Haltung, Herz und Zukunft – gibt’s hier.
Auch in diesem Jahr durften wir unseren Teil zur Brandenburgischen Frauenwoche beitragen – gemeinsam mit der Stadt Cottbus und vielen engagierten Partner*innen aus der Region. Unsere Beteiligung war bunt, vielfältig und vor allem eines: ein starkes Zeichen für mehr Chancengleichheit.
Zum Equal Pay Day luden wir gemeinsam mit der Stadt Cottbus und weiteren tollen Akteuren der Region, zu einem besonderen Nachmittag ein. Diverse Mitmach-Angebote und Aktionen lockten einige Interessenten zu uns ins Blechen Carré in Cottbus. Mit unserem eigens entwickelten 4-Gewinnt-Spiel, das wir thematisch an das Thema Chancengleichheit in der Arbeitswelt angepasst haben, kamen wir direkt ins Gespräch mit vielen interessierten Menschen.
Wir hörten aber nicht nur inspirierende Geschichten von erfolgreichen Frauen, sondern auch Erlebnisse, die zeigen, dass noch viel zu tun ist. Besonders beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder bei der klassischen Rollenverteilung „Wer bringt das Geld nach Hause?“ wurde klar: Die Realität ist oft noch weit entfernt von echter Gleichberechtigung.
Trotzdem war der Tag ein voller Erfolg. Denn er hat gezeigt, wie wichtig es ist, dranzubleiben – und wie viel wir erreichen können, wenn wir gemeinsam für unsere Ziele einstehen.

Ein weiteres Highlight war unser Workshop „Selbstbehauptung für Frauen – von der Theorie in die Praxis“, den wir zusammen mit der Opferperspektive Brandenburg durchführten. Der Nachmittag war intensiv, inspirierend und voller neuer Impulse.
Nach einer kurzen Kennenlernphase starteten wir mit einem inhaltlichen Input, bei dem wir Einflussfaktoren auf Selbstbehauptung unter die Lupe nahmen. Dabei ging es um gesellschaftliche Erwartungen, persönliche Erfahrungen, aber auch um die inneren Antreiber, die uns oft klein halten.
In Kleingruppen wurde lebendig diskutiert, reflektiert und auch gelacht. Besonders beliebt waren das Selbstbehauptungs-Bingo, die Geschichten starker Frauen an den Wänden und das „Nein sagen“-Rollenspiel. Die Atmosphäre war offen, warm und voller gegenseitiger Unterstützung. Viele Frauen gingen gestärkt, ermutigt und mit neuen Ideen nach Hause.





Auch in unseren Quartieren wurde es aktiv. So boten wir in Großräschen wir ein Karrierecoaching für Frauen an. Hier standen persönliche Ziele, berufliche Entwicklung und das Stärken des eigenen Profils im Mittelpunkt. Es wurde gefragt, gestaunt und viel mitgenommen.
In Lauchhammer fand ein Selbstverteidigungskurs für Frauen, Mädchen und Seniorinnen statt – ein Angebot, das großen Anklang fand. Die Teilnehmerinnen waren mit Begeisterung dabei und gingen mit neuen Techniken, aber auch mit mehr Selbstvertrauen nach Hause.

Unser Fazit:
Die Brandenburgische Frauenwoche hat uns wieder einmal gezeigt, wie viel Kraft in Gemeinschaft steckt. Wie wichtig es ist, Räume für Austausch, Weiterentwicklung und Empowerment zu schaffen. Und dass es sich lohnt, sich laut, sichtbar und mutig für Gleichstellung einzusetzen.
Wir sagen DANKE an alle, die dabei waren – und freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr!